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22.07. - 12.08.2009 Meckenburg - Vorpommern Wo macht Ihr Urlaub? In Deutschland? An der Ostsee? In Mecklenburg--Vorwas?? Das sind die ersten Reaktionen, die man als österreichische Familie hört, wenn man dieses Reiseziel bekanntgibt. Mit den üblichen Vorurteilen: da ist das Wasser so kalt, da versteht man die Leute nicht, das Essen ist nicht gut, etc., etc. Meistens von den Leuten, die nicht einmal wissen, wo dieses Reiseziel überhaupt liegt... Die Planung für diese Reise hat natürlich schon ein Jahr vorher begonnen. Mit der Entscheidung, ein Ferienhaus im Landesinneren zu suchen, um den Massen auf Usedom oder Rügen zu entgehen und auch Ausflüge zur Mecklenburger Seenplatte machen zu können. Mit dem Ferienhaus Storchennest in Siedenbollentin hatten wir bald das ideale Quartier dafür. Bei der günstigen Tagesmiete waren dann auch 3 Wochen Urlaub möglich, der Mietvertrag mit Anzahlung kam auch gleich als .pdf. Als nächstes war die Buchung für den Nacht-Autoreisezug, selbstverständlich über Sparschiene für hin und zurück erledigt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar--> das wird ein günstiger und entspannter Urlaub ! 22.Juli 2009: Nach einer einigermaßen entspannten Nachtzugfahrt im 4er Abteil-Liegewagen kamen wir morgens in Berlin-Wannsee an. Nun noch mit dem Auto quer durch Berlin und über die Autobahn Richtung Stettin (PL), dann über die neue A20 Richtung Norden. Nach etwa 2 Stunden Autofahrt waren wir in Siedenbollentin, unserem Ziel. Die Übergabe des Ferienhauses war unkompliziert durch die etwa 80-jährige Schwiegermutter des Vermieters und dann wurde von den Kindern einmal das Haus und der Garten in Beschlag genommen. Die Ortschaft Siedenbollentin selbst ist doch größer als wir angenommen hatten und hat vor allem eines: einen eigenen Badeteich! Dieser hat mit einem Sandstrand und einem Steg zum Reinspringen alles, was sich Kinder wünschen. Das Wasser war sehr sauber und auch zum Baden warm genug, damit waren einige Tage der 3 Wochen Urlaub mit Baden am Teich und Suche nach den dort vorkommenden Teichmuscheln, Fischen und Fröschen ausgefüllt. Die Ostsee! Wie hatten wir Sie uns vorgestellt? Eigentlich gab es gar keine Vorstellung darüber. Was wir an Erinnerungen daran mitgenommen haben? Erstens ist es sehr, sehr angenehm, auch zu Mittag über den feinen Sand gehen zu können, ohne sich dabei die Fußsohlen zu verbrennen. Zweitens hat man den feinen Sand nicht überall, da er durch das Mehr an Feuchtigkeit und das Weniger an Hitze nicht so herumfliegen kann (und Sandburgen sind auch am nächsten Tag noch so, wie man Sie am Vortag verlassen hatte...). Und Drittens ist das Wasser nicht salzig! Warum es diese praktischen und sehr bequemen Strandkörbe nicht auch an Mittelmeerstränden gibt, ist uns nach wie vor ein Rätsel. Das Ausleihen am Strand von Mönkebude kostete für den ganzen Tag sage und schreibe 4 €uro.
Aber auch viele Ausflugsziele sind in der näheren Umgebung zu finden, so auch die tausendjährigen Eichen im Ivenacker Schlosspark. Wenn man neben diesen steht, kommt man sich wirklich klein und unwichtig vor. Vor allem, wenn man bedenkt, wieviel die schon erlebt haben...
Von unserem Quartier waren auch die Hansestädte Stralsund und Greifswald gut und schnell zu erreichen. Beide bieten eine Menge an Sehenswürdigkeiten, vor allem auch für Kinder (deutsches Meeresmuseum, Ozeaneum, Museumswerft, Segelschiff Gorch Fock, etc.). In beiden Städten ist der Altstadtkern sehr schön restauriert, auch die Kirchen werden bald wieder in Ihrem alten Glanz strahlen.
Nach Südwesten hin erschließt sich bald die Mecklenburgische Seenplatte, der nächste größere See ist der Tollensesee. Wir waren 2x mit den ausgeborgten Fahrrädern rund um den See unterwegs. Sehr praktisch erwies sich dabei das Linienschiff, mit dem man immer wieder an den Ausgangspunkt zurück kommt. Ganz im Süden des Sees gibt es noch ein Naturschutzgebiet, die Lieps, mit einem herrlichen Jagdschloss samt Schlosspark und herrlichen Rieseneichenschaukeln. Da könnte man sich schon so 2 oder 3 Tage Ausspannen und Genießen vorstellen...
Am Tollensesee liegend, ist Neubrandenburg eine sehr grüne Stadt mit einer durchgehend erhaltenen Stadtmauer. Als beindruckendes Erlebnis haben wir die Besichtigung der Konzertkirche in guter Erinnerung. Von außen ganz Kirche, nach dem Eintritt steht man jedoch in einer der modernsten Konzertsäle. In den Turm führen Aufzüge, nur die letzten Meter muß man an den noch alle Stunden läutenden Glocken zu Fuß weiter. Oberhalb der Glockenstube gibt es dann ein Warnlicht, wenn die Glocken zu läuten beginnen. Draußen auf der Balustrade hört man das Läuten eigenartigerweise aber nicht einmal. Das Gasthaus in einem der Wiekhäser in der Stadtmauer ist absolut zu empfehlen. Sehr gute Speisen, schnelle Bedienung und vor allem, für Kinder unter 6 Jahren kostenfrei.
12.August.2009: Nach drei Wochen toller Erholung trennten wir uns bei der Heimreise kurz. Prisca, Bernadette und Kornelius wählten die kurze Heimreise per Flug mit AirBerlin und Benedikt und ich verbrachten die Nacht wieder im Liegewagen des Autoreiszuges nach Wien. Uns allen hat dieser Urlaub sehr, sehr gut gefallen und wir haben daher beschlossen, in ein paar Jahren wiederzukommen. Dann sind die Kinder auch im richtigen Alter zum Paddeln auf den sogenannten Wasserwanderwegen quer durch Mecklenburg. Außerdem hatten wir so viele Gegenden noch gar nicht erkunden können: Insel Usedom, Peenemünde, Anklam, die Müritz, Kloster Eldena, usw...
Zum Schluss noch ein paar Impressionen aus dem Ozeaneum, dem deutschen Meeresmuseum und dem Hafen in Stralsund.
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